Ablösung von Altapplikationen

Wie entstehen Altsysteme?

Wenn in unregelmässigen Abständen Anpassungen an einem System gemacht werden, dann werden in der Regel keine grundlegenden Überarbeitungen oder Re-Designs mehr gemacht. Der Grund dafür ist naheliegend. Für die Funktions-Anpassung oder -Erweiterung ist gerade genügend Budget vorhanden und der enge Terminplan lässt keine grössere Überarbeitung zu.

Dies führt dann innerhalb geraumer Zeit (4-6 Jahre) dazu, dass ein „Patchwork“ entsteht, welches Änderungen immer schwieriger gestaltet und zu mehr und mehr Nebeneffekten führt. Insbesondere geschieht dies, wenn mehrere unterschiedliche Entwickler die Änderungen vornehmen und dem Software-Design nicht mehr genügend Sorge tragen und dieses nicht gut dokumentieren (zum Beispiel in Form von UML) und verständlich halten. So kann es schnell passieren, dass Anpassungen am „falschen Ort“ der Applikation vorgenommen werden und dadurch spätere Erweiterungen erschwert oder mit den vorhandenen Ressourcen (Personal, Geld und Zeit) praktisch unmöglich werden.

Offensichtlich ist also: Altsysteme entstehen nicht nur durch Zeit, sondern auch durch die Häufigkeit von kleinen Änderungen ohne periodische Design-Überprüfung und Überarbeitung.

Prozess
Im Bauwesen finden wir eine Analogie zum „Object Engineering“: Das Erhaltenswerte gilt es zu bewahren, zu verbessern (renovieren, sanieren); das Wertlose gilt es abzulösen, damit für Neues Platz geschaffen wird; alt und neu soll optimal miteinander kombiniert werden, Brücken sollen vom Altbau in den Neubau führen.

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